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PIKITA

Präventionsarbeit in Kindertagesstätten

Von Kindern erlebte Gewalt setzt sich häufig in ihren späteren Beziehungen und Partnerschaften fort und prägt diese im Sinne von Erduldung oder Ausübung von Gewalt. Das Weitertragen häuslicher Gewalt von Generation zu Generation ist eine Gewaltspirale, die die Prävention unterbrechen will.


Das Programm PIKITA richtet sich an alle interessierten Berliner Kindertagesstätten. Einbezogen werden Vorschulkinder, Erzieher*innen und Eltern.
Das Projekt beinhaltet eine Erzieher*innenfortbildung von insgesamt 6 bis 8 Stunden, die sich inhaltlich mit den Ursachen, den Formen, den Folgen und dem Ausmaß von häuslicher Gewalt sowie mit Interventionsmöglichkeiten bei häuslicher Gewalt beschäftigt. Die Fortbildung behandelt Themen wie: Kinder als Zeugen und Opfer von häuslicher Gewalt, Auswirkungen der erlebten Gewalt auf das familiäre System, rechtliche Grundlagen, insbesondere Datenschutz, und das Vorgehen bei einer (vermuteten) Kindeswohlgefährdung, Projektarbeit mit Kindern und Elternarbeit, Gesprächsführung mit betroffenen Eltern und Kindern sowie Hilfe- und Interventionsmöglichkeiten. Ziele der Schulung sind die Sensibilisierung für das Thema häusliche Gewalt, die Enttabuisierung der problematischen Thematik, die inhaltliche Aufklärung und die Erweiterung der professionellen Handlungskompetenzen der Erzieher*innen. Dies schließt Handlungs- und Hilfemöglichkeiten für die Erzieher*innen mit ein.

Die Arbeit mit den Kindern umfasst insgesamt sechs Termine, die jeweils eine Stunde dauern. In diesen Workshops werden folgende Themen behandelt:

  •  Unterschiede und Gemeinsamkeiten
  •  Gefühle erkennen und wahrnehmen
  •  Dürfen Kinder Nein sagen?
  •  Gute und schlechte Geheimnisse
  •  Hilfe holen und sich helfen lassen
  •  Gewaltfreier Umgang mit Streit und Konflikten.


Ziel ist es, Kinder gegen Gewalt zu stärken und ihnen Hilfemöglichkeiten aufzuzeigen. Die Kinder sollen außerdem lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Folgende Kompetenzen werden entwickelt und gefestigt:

  • die „Ich-Kompetenz“ (Selbstgefühl und -vertrauen, Gefühle/Gewalt wahrnehmen, eigene Biografie und Familie, Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen),
  • die „Soziale Kompetenz“ (Grenzen setzen, Umgang mit Konflikten) und
  • die „Sachkompetenz“ (Familie und Rollenverhalten, Werte und Normen, Regeln, Geheimnisse, Hilfemöglichkeiten u.a.)

Methoden der Arbeit mit den Vorschulkindern sind unter anderem Rollenspiele, das Gespräch und Malen.

Im Jahr 2015 wurde das Präventionsprogramm PIKITA durch das SoFFI F. (sozialwissenschaftliches FrauenForschungsInstitut Freiberg) wissenschaftlich evaluiert.

Nach Einarbeitung der Empfehlungen aus dem ersten Evaluationsbericht und nach deren Umsetzung erfolgte im Jahr 2017 eine zweite Evaluation durch die Camino gGmbH.

 

Preise

2013 ausgezeichnet mit dem Berliner Präventionspreis:



 

2010 ausgezeichnet mit dem Schutzbengel- Award:

 

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt projektbezogen durch Fördermittel. Durch die Kindertagesstätten ist ein geringer Eigenbetrag zu erbringen.
Aktuell wird PIKITA durch die Werner-Coenen-Stiftung gefördert:

 

Zuvor wurde das Projekt u.a. durch den SAMBA Sammelfonds, die Robert-Bosch-Stiftung und eine Spendergesellschaft gefördert.


Im Zeitraum 2010 - 2012 förderte die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin PIKITA.


 

 

 

Bildungsbausteine für die Präventionsarbeit zu häuslicher Gewalt in Kindertagesstätten


Mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch, der Robert-Bosch-Stiftung und der IKEA-Stiftung entwickelte BORA e.V. im Jahr 2008 unter dem Titel "Stark sein gegen häusliche Gewalt" Bildungsbausteine für die Präventionsarbeit zu häuslicher Gewalt in Kindertagesstätten.
Sie können sich das Deckblatt, das Inhaltsverzeichnis und das Vorwort ansehen.

Die Bildungsbausteine umfassen ca. 130 Seiten und sind als CD-ROM bei BORA e.V. erhältlich. Sie werden Ihnen auf Wunsch gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 10,00 Euro (inkl. Versandkosten) zugeschickt. Bestellungen richten Sie bitte an das Präventionsprojekt BORA, Albertinenstr. 1, 13086 Berlin, Tel. 030 - 96 24 84 90, Fax 030 - 96 24 84 915 oder schicken Sie eine E-Mail an praevention@frauenprojekte-bora.de.
 

Logo der Aktion Mensch

Logo der Robert Bosch Stiftung

Logo der Ikea Stiftung