Kinder im Frauenhaus

Die Situation der Kinder

Die Kinder im Haus BORA sind häufig selbst Opfer von körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt geworden.

Die Gewalt hat Folgen für die Kinder:

    • Kinder haben Angst, ihre Mutter, Geschwister oder sie selbst könnten verletzt oder getötet werden.
    • Sie fühlen sich machtlos, weil sie die Situation nicht verändern können.
    • Kinder fühlen sich zerrissen, weil sie beide Eltern lieb haben.
    • Wenn Eltern über die Kinder streiten, fühlen sich die Kinder schuldig am Streit.
    • Kinder werden oft selbst geschlagen, getreten, sexuell misshandelt, angeschrien, bedroht, erniedrigt und erpresst.
    • Wenn Kinder sexuelle Gewalt sehen oder erleben, fühlen sie sich hilflos, schuldig und beschämt.
    • Die meisten Kinder haben niemanden, mit dem sie über die Gewalt sprechen können.
    • Oft dürfen die Kinder nichts an andere weiter sagen. Das setzt sie unter großen Druck.
    • Wenn Kinder immer wieder Gewalt erleben, gewöhnen sie sich daran. Sie denken dann, dass Gewalt normal ist. Sie sind später häufig Opfer von Gewalt oder werden selbst gewalttätig.

Deshalb ist es wichtig, dass Mütter ihre Kinder aus dieser Situation heraus holen und dafür sorgen, dass sie Hilfe bekommen.

Für die Kinder gibt es im Frauenhaus BORA ein Team von Erzieherinnen. An vier Nachmittagen in der Woche gibt es Gruppenangebote für die Kinder.

Außerdem bieten die Erzieherinnen:

  • Hausaufgabenhilfe
  • Ausflüge und Aktivitäten in den Schulferien
  • Betreuung Ihrer Kinder in Notsituationen
  • Spiele, Bücher und Bastelsachen zum Ausleihen
  • Räume zum Spielen und Toben
  • Eine regelmäßige Müttergruppe

Im Frauenhaus BORA ist für jedes Kind eine bestimmte Erzieherin zuständig. Sie hilft dem Kind in der neuen Situation und macht ihm die Zeit im Frauenhaus leichter. Das Kind kann mit ihr über Probleme sprechen.

Die Erzieherin hat außerdem engen Kontakt zur Mutter.

Sie unterstützt und berät die Mutter bei:

  • Kita- und Schulwechsel
  • Ummeldung, Beantragung von Kindergeld, Unterhalt und Elterngeld
  • Sorgerecht
  • Planung und Organisation der Ferien
  • Freizeitaktivitäten für iIhr Kind
  • Erziehung des Kindes
  • Vorbereitung auf die Zeit nach dem Frauenhaus

Bei uns leben Kinder aus unterschiedlichen Kulturen, mit unterschiedlichen Sprachen, Festen und Liedern. Sie alle werden respektiert und können sich zu Hause fühlen.

Im Frauenhaus BORA wird Gewalt nicht akzeptiert. Das gilt auch für die Kinder. Sie lernen, dass man mit Gewalt keinen Streit lösen kann. Sie lernen auch andere Wege, ihre Konflikte zu klären.

Sorgerecht

Es ist für Mütter nicht leicht, das alleinige Sorgerecht für ihre Kinder zu bekommen. Wenn aufgrund der Gewalt kein gemeinsames elterliches Sorgerecht möglich ist, unterstützen wir Sie, beim Familiengericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu beantragen. Auch dann behält der Vater meist das Umgangsrecht und darf Zeit mit dem Kind verbringen. Bei Gewalttätigkeit des Vaters informieren wir das Jugendamt. Dann kann ein „begleiteter Umgang“ angeordnet werden. Das heißt, es ist eine Sozialarbeiterin mit dabei.